Sicherung von Fledermausquartiere

Nistkasten mit Bechsteinfledermäusen
Nistkasten mit Bechsteinfledermäusen (Foto: Andreas Zahn)

Unterirdische Quartiere

Stollen, Bunker, alte Bierkeller sowie natürliche Höhlen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen und im Winter frostfrei bleiben, eignen sich als Überwinterungsquartiere für bestimmte Fledermausarten. Um Störungen zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, die Eingänge zu diesen Winterquartieren durch Gittertore oder durch feste Türen mit horizontalen Einflugöffnungen (50 bis 75 cm breit, 15 cm hoch) vor Störungen durch Menschen zu sichern. Bei Winterquartieren mit glatten, fugenlosen Wänden können geeignete Hangplätze durch das Anbringen von Hohlblocksteinen oder Brettern geschaffen werden.

Quartiere in Baumhöhlen

Baumhöhlen dienen Fledermäusen als Sommer-, Zwischen- und Winterquartiere. Über die Hälfte unserer Fledermausarten nutzen Baumhöhlen zumindest zeitweise als Quartier. Bei Waldbesitzern besteht in der Regel eine hohe Bereitschaft, derartige Höhlenbäume von der Holzernte auszunehmen. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, die Waldeigentümer bei Bekanntwerden von Fledermausvorkommen in Baumhöhlen darauf aufmerksam zu machen und diese zu einem Verzicht der Fällung zu bewegen. Generell sollten Bäume mit Spechthöhlen oder natürlichen Höhlungen als Quartier- und Biotopbäume im Bestand belassen und nicht genutzt werden.

Quartiere an und in Gebäuden

Vor allem wenn es sich um Wochenstuben handelt, wo die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen, sind diese Fledermausquartiere möglichst zu sichern und zu erhalten. Die Einflugöffnungen dürfen nicht verändert werden, um Veränderungen im Kleinklima der Hangplätze zu vermeiden. Kothaufen können regelmäßig entfernt werden. Behandlungen von Dachbalken gegen Schadinsekten dürfen erst dann durchgeführt werden, wenn die Fledermäuse die Quartiere verlassen haben. Heißluftverfahren zur Behandlung des Holzes sollte Vorrang gegenüber dem Einsatz von Giftstoffen eingeräumt werden.

Fledermauskästen

Fledermauskästen aus Holz oder Holzbeton können bei Mangel an Höhlenbäumen angeboten werden. Im Handel werden verschiedene Modelle angeboten: Flachkästen haben eine Innenweite von 2-5 cm und werden in der Regel von Einzeltieren und kleineren Arten angenommen; Raumkästen bieten Platz für Kolonien von z.B. Braunem Langohr oder Bechsteinfledermaus. Die Kästen werden gruppenweise in Abständen von 10 bis 30 Meter an Bäumen in einer Höhe von 2 bis 5 Meter angebracht.